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Veranstaltungsort: Online-Veranstaltung

06. Okt 2021

Leben diesseits der Mauer. Erinnerungen an die DDR

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Über 40 Jahre ging Deutschland geteilte, unterschiedliche Wege. Die DDR blieb eine geschlossene Gesellschaft, großräumig von einer Mauer umgeben und kleinteilig von Propaganda traktiert. Damals schien das Leben nicht selten ausgelassen und fröhlich, manchmal herzerfrischend komisch, zuweilen ärgerlich und lebensbedrohlich gefährlich. Mit dem Fall der Mauer und der Vereinigung der beiden deutschen Staaten endeten der Kalte Krieg und das Kapitel DDR, vieles verschwand oder wurde verschüttet, vergessen, verdrängt oder verschwiegen.

Nach über 30 Jahren scheint die Zeit mehr als reif für zeit- und selbstkritische, gegen den Strich gebürstete Erinnerungen und den Austausch darüber. Wie war das Leben in der DDR, der Alltag, das Aufwachsen in einem Land, das es nicht mehr gibt? Wie begann das Land, was besiegelte sein Ende – und was ist heute davon vielleicht doch noch übrig? Wer trug Verantwortung, wer mögliche Schuld? Welche Auswirkungen weit über Deutschland hinaus haben die getrennten Jahre nach 1945 und das Leben diesseits der Mauer für Europa? Was sollten und können nachfolgende Generationen aus dieser Vergangenheit lernen und welcher Aufarbeitung bedarf es dazu?

Über persönliche Erlebnisse und biographische Erfahrungen, dokumentiert im Zeitbild „Von einem, der auszog in eine nicht vergangene Zeit. Leben diesseits der Mauer“, erschienen 2021 in der Edition Hamouda in Leipzig, kommen wir ins Gespräch mit Reinhard Bohse (*1948). Er wurde in Leuben bei Meißen geboren und studierte in Freiberg Geologie. Seit 1973 lebt und arbeitet er in Leipzig, zunächst als Geologe, später als Verlagslektor. 1989 ist er Mitbegründer des Neuen Forums und des Forum Verlags Leipzig, von 1990 bis 1998 Pressesprecher der Stadt Leipzig. 1991 gehört er zu den Mitbegründern von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen und den Leipziger Montagsgesprächen als Opfer-Täter-Gesprächen. 2009/10 co-moderiert er in der „Runden Ecke“ Montagsgespräche, welche Akteure der Friedlichen Revolution vorstellen.

Moderation:
Dr. Julia Gerlach, Studienleiterin Demokratie, Wirtschaft und Soziales

Anmeldung:
Wir bitten um Ihre Anmeldung per E-Mail bis zum 4. Oktober 2021 bei Tagungssekretärin Kerstin Dreyer, akademie@evlks.de.

Technik:
Die Online-Veranstaltung wird mithilfe der Videokonferenzsoftware Zoom durchgeführt. Sie können Zoom vorab auf Ihrem Gerät testen. Den Zugangslink übersenden wir Ihnen kurz vor dem Termin per E-Mail. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an uns.

Wir bitten um Ihre Anmeldung per E-Mail bis zum 4. Oktober 2021 bei Tagungssekretärin Kerstin Dreyer, akademie@evlks.de.


29. Sep 2021

„Über Babyn Jar, da steht kein Denkmal“:

Online-Veranstaltung
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Babyn Jar ist heute eine Grünanlage mitten in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine. Am 29. und 30. September 1941 war das Gelände Schauplatz des größten Einzelmassakers in den deutsch besetzten Gebieten der Sowjetunion. An zwei Tagen wurden mehr als 33.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder durch deutsche Einsatzgruppen ermordet. Babyn Jar steht für den oftmals vergessenen Holocaust durch Massenerschießungen in der deutsch besetzten Sowjetunion. In einem epischen Gedicht von 1961 beklagt der Lyriker Jewgeni Jewtuschenko das Fehlen eines Denkmals – verbunden mit einer Warnung vor Antisemitismus.
Anlässlich des 80. Jahrestages widmet sich die Online-Veranstaltung den menschenverachtenden Verbrechen von Babyn Jar, dem Holocaust in den deutsch-besetzten Gebieten der Sowjetunion sowie der juristischen Aufarbeitung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Was geschah in Babyn Jar? In welchem ideologischen Kontext standen die Verbrechen von Babyn Jar? Wie wurden die Massaker von Babyn Jar in der Sowjetunion und in Deutschland juristisch aufgearbeitet? Wie wird heute daran erinnert?

Referierende:
Dr. Franziska Davies Ludwig-Maximilians-Universität München
PD Dr. Kai Struve Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Moderation:
Dr. Julia Gerlach Studienleiterin Demokratie, Wirtschaft und Soziales

Technik:
Die Online-Veranstaltung wird mithilfe der Videokonferenzsoftware Zoom durchgeführt. Sie können Zoom vorab auf Ihrem Gerät testen. Den Zugangslink übersenden wir Ihnen kurz vor dem Termin per E-Mail. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an uns.

Anmeldung:
Kerstin.Dreyer@evlks.de

Förderung:
Die Tagung wird von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gefördert. Weiterhin wurden Fördermittel bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) beantragt. Die Evangelische Akademie Sachsen ist Mitglied der Evangelischen Akademien in Deutschland (EAD) e.V., Berlin.


21. Sep 2021
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Wenn das Blau in den Arbeitsalltag einsickert

Online-Veranstaltung
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Rechtspopulistische Angriffe aus dem parlamentarischen Raum auf Projekte, Träger Verbände und Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit häufen sich. Ganze Jugendringe werden als linksextrem bezeichnet. Es wird eine vermeintliche Neutralitätspflicht in der politischen Bildung oder gleich für alle Zuwendungsempfänger propagiert. Die AfD ist mittlerweile im Bundestag und in allen Landesparlamenten vertreten und hat auch auf kommunaler Ebene die Debattenkultur und die demokratische Kultur verändert. Die Partei verfügt über personelle Ressourcen und wirkungsvolle Social-Media-Auftritte.
Ein erster Input beleuchtet beispielhaft die parlamentarischen Aktivitäten der AfD in den Landtagen mit Bezug zur Kinder- und Jugendarbeit und -politik. Ein zweiter Input befasst sich mit einer vermeintlichen Neutralitätspflicht freier Träger, die ausgerechnet die AfD häufig einfordert – und in der Folge ggf. auch Förderer. Der dritte Input zeigt Beispiele auf, wie die AfD die Arbeit von Trägern vor Ort angreift, in Frage gestellt oder erschwert. In einem vierten Teil möchten wir gemeinsam Gegenstrategien für die Kinder- und Jugendarbeit entwickeln.

Referierende:
Ansgar Drücker, Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit
Christian Kurzke, Evangelische Akademie Sachsen
Hanna Lorenzen, Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung

Anmeldung: https://bundeskongress-kja.de

23. Sep 2021

Ernst genommen?

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Die Veröffentlichung des 16. Kinder- und Jugendberichtes der Bundesregierung fiel in eine Zeit, in der die Auswirkungen der Corona-Krise auf junge Menschen in unserer Gesellschaft kritisch diskutiert wurden – und in der sich demokratiefeindliche und -skeptische Kräfte auf den Straßen und in den Parlamenten etabliert haben. Der gesellschaftliche Alltag verdeutlicht wie der Bericht die Notwendigkeit politischer Bildung junger Menschen für den Erhalt der Demokratie. Mit dieser Veranstaltung wollen wir darauf schauen, in welcher Form die Parteien in Wahlkämpfen diese Notwendigkeiten gesehen und aufgenommen haben.

Leitung: Christian Kurzke, Studienleiter Jugend

22. Jun 2021

Russland und Deutschland

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Die politischen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland befinden sich an einem Tiefpunkt. Am 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion am 22. Juni wollen wir in einer Online-Veranstaltung mit Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), der Mitgründerin der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, Dr. Irina Scherbakowa, und dem renommierten Politikwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Segbers nach dem Verhältnis zwischen Deutschland und Russland heute fragen. Was sind aktuell die größten Herausforderungen in den zwischenstaatlichen Beziehungen? Welche Verantwortung erwächst aus der Vergangenheit für Deutschland - und wie kann eine Kultur der Versöhnung auch in der aktuellen Krise gelingen?

Die Veranstaltung wird am 22. Juni 2021 als Online-Diskussion durchgeführt. Der Beginn ist um 19.30 Uhr und die Teilnahme kostenlos. Das Forum findet als ZOOM-Konferenz statt und wird zusätzlich als Livestream bereitgestellt. Für eine aktive Teilnahme ist eine Anmeldung bei sabine.laake@evlks.de notwendig. Der Livestream der Veranstaltung kann unter https://www.frauenkirche-dresden.de/erinnern-und-versoehnen/ abgerufen werden.

Die Veranstaltung ist der Teil der Veranstaltungsreihe “Erinnern und Versöhnen: 80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion” der Stiftung Frauenkirche Dresden, der Evangelischen Akademie Sachsen und des Beauftragten für Friedens- und Versöhnungsarbeit der Ev. – Luth. Landeskirche Sachsens. Die Reihe beleuchtete die Praxis der Verständigung und Versöhnung von kirchlichen und zivilgesellschaft-lichen Akteuren, die Erinnerungskulturen von Ländern der ehemaligen Sowjetunion und Deutschlands sowie die aktuellen deutsch-russischen Beziehungen.



08. Jun 2021
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Die langen Schatten der Vergangenheit: Erinnerungskulturen um den Überfall auf die Sowjetunion

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Am 22. Juni jährt sich der Überfall auf die Sowjetunion, der Beginn des „Unternehmens Barbarossa“, zum 80. Mal. Vernichtungskrieg und Holocaust im Osten forderten Millionen von Todesopfern, hinterließen ein zerstörtes Land und eine kriegsversehrte und traumatisierte Bevölkerung. Nahezu jede Familie in Belarus, der Ukraine und Russland war und ist betroffen von dem Leid, das die deutsche Wehrmacht über sie brachte. Gleichwohl standen der Vernichtungskrieg, seine Opfer und Täter lange im Schatten des Gedächtnisses – teilweise bis auf den heutigen Tag. Erinnerungskulturen in Deutschland wie auch in den postsowjetischen Nachfolgestaaten stellen andere Gedenktage ins Zentrum.
Was aber wird im Kontext von Überfall, Vernichtungskrieg und Holocaust im Osten erinnert? Wer erinnert – und wie? Wie kann der Schicksale von Widerstandskämpfern, Verfolgten und Opfern der deutschen Besatzung angemessen gedacht werden, abseits von Themenkonjunkturen um Jahrestage? Wie spiegeln sich in Erinnerungskulturen Vorstellungen von Krieg und Frieden, Recht und Gerechtigkeit, Staat und Bevölkerung, Gemeinschaft und Individuum, Vergangenheit und aktuellen Politiken? Wie können öffentliche Erinnerungsdiskurse zur Versöhnung beitragen?

Anmeldung: akademie@evlks.de

Podium:
Dr. Anke Giesen
Vorstandsmitglied, MEMORIAL Deutschland und Memorial International
Dr. Ekaterina Makhotina
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Abteilung für Osteuropäische Geschichte, Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn
Dr. Urszula Pękala
Stellvertretende Leiterin, Gedenkstätte bei der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung

Moderation:
Dr. Julia Gerlach
Studienleiterin, Evangelische Akademie Sachsen

Die Veranstaltung wird aus Mitteln der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gefördert und ist Teil der Reihe Erinnern und Versöhnen: 80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion

Kooperationspartner:
Beauftragter für Friedens- und Versöhnungsarbeit der Ev. – Luth. Landeskirche Sachsens
Evangelische Akademie Sachsen
Stiftung Frauenkirche Dresden

03. Jun 2021
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utopisch.

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Die Pandemie hat die großen Probleme unserer Zeit verschärft, sichtbarer gemacht. Die Stimmen, die das Ende der Demokratie beschwören, werden immer lauter. Doch es ist auch die Forderung nach einem neuen Mut zur Utopie zu vernehmen. Brauchen wir gerade jetzt ein Denken, das über das aktuell Mögliche hinausweist? Oder birgt die Utopie die Gefahr, das Machbare aus dem Fokus zu verlieren? Haben wir eigentlich noch Träume?
Gemeinsam mit Ihnen wollen wir einen positiven Blick in die Zukunft werfen und die konkreten Handlungschancen erkennen, die aus den Erfahrungen der Pandemie erwachsen.
Dazu laden wir Laura-Kristin Krause zum Gespräch, die u.a. ihre Zukunftsvision
Diskussionsabteile im Zug (veröffentlicht 2021 in: Elisabeth Niejahr, Grzegorz Nocko, Demokratieverstärker, 12 Monate, 21 Ideen: Eine Politikagenda für hier und jetzt) vorstellt.
Auch nach der Online-Veranstaltung wollen wir mit Ihnen im Gespräch bleiben und Ihnen ein Jahr lang jeden Monat die Utopie des Monats vorstellen, wobei IHR Mitdenken und Mitreden ausdrücklich gewünscht ist!
Vom 24. – 26. Juni 2022 laden wir Sie dann zu einer Wochenendtagung ein, um zu überprüfen, ob einige Utopien nicht auch Wirklichkeit werden könnten.

Anmeldung claudia.siegel@evlks.de

Die Teilnahme ist kostenlos.

Mitwirkende
Laura-Kristin Krause
Geschäftsführerin More in Common
Yago Fietsch
FSJ Politik
Dr. Kerstin Schimmel
Studienleiterin Kultur
Dr. Panja Lange
Referentin Praktische Philosophie
Andreas Roth

27. Mai 2021
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ohnmächtig.

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Die größten Herausforderungen der Menschheit sind inzwischen global, so scheint es. Gewalt und Kriege, entfesselte Märkte und Finanzkrisen, Ungleichheit und Migration, Ressourcenverknappung und Klimawandel, Digitalisierung und nunmehr die Corona-Pandemie: Viele Menschen haben den Eindruck, dass ihre eigenen Handlungsspielräume und die der Gemeinschaft, in der sie leben, schwinden, sie kein Gehör für ihre Anliegen finden und einschneidende Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden. Ohnmacht als politische Emotion unterminiert demokratische Kultur und Gemeinschaft. Warum glauben immer mehr Menschen, dass sie nichts bewegen können? Weshalb sinkt der Mut, sich zu engagieren, über Alternativen nachzudenken und sich auf Wege der Veränderung einzulassen? Wie kann der Glaube Menschen unterstützen und stärken, sich in einer immer komplexeren Welt zurecht zu finden? Was ist die Antwort der Theologie? Allmacht und Ohnmacht – steht der allmächtige Gott auf der Seite der Ohnmächtigen?

Anmeldung: annett.mikosch@evlks.de

Mitwirkende:
Landesbischof Friedrich Kramer
Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
Stephan Bickhardt
Direktor und Studienleiter Religion
Dr. Julia Gerlach
Studienleiterin Demokratie, Wirtschaft und Soziales

27. Mai 2021
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Versöhnung in der Praxis

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Erinnern und Versöhnen: 80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion Am 22. Juni 1941 wurde der Startbefehl des „Unternehmen Barbarossa“ gegeben. Der europäische Teil der Sowjetunion sollte mit dem Überfall ausgehungert, die Eliten ermordet und das Land germanisiert werden. Dies ist eines der grausamsten Verbrechen des nationalsozialistisch geführten Deutschlands. Vergegenwärtigung und Erinnerung bedeutet für uns: Zulassen von Scham und Aufrechterhalten der Bitte um Vergebung. Die Kirchen haben nach dem Zweiten Weltkrieg die Versöhnung und ihre lebendige ökumenische Aneignung exemplarisch gelebt. Zur Begründung heißt es in einer Erklärung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland vom 16. März 1966: „Hinter uns liegt eine Zeit nationalistischer Übersteigerung. Dieser Geist hat großes Unheil angerichtet“. Kirchliche und zivilgesellschaftliche Aktivitäten in den komplizierten Beziehungen der Gegenwart kommen durch Akteure zur Sprache.
Referierende:
Dr. Urszula Pekala, Projektkoordinatorin der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung
Stefan Melle, Geschäftsführer Deutsch-Russischer Austausch e.V., Berlin
Eva Gorbatschow, Pfarrerin, Ev.-Luth. Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas Dresden
Zoia Kashafutdinova, Sozialarbeiterin, Regionalgruppe Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Dresden
Moderation:
Michael Zimmermann, Beauftragter für Friedens- und Versöhnungsarbeit
Stephan Bickhardt, Direktor und Studienleiter Religion

01. Jun 2021
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Der Amazonaswald brennt! Das Ringen um eines der letzten Paradise

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Das Amazonas-Becken ist eine Region der Superlative: Der weltweit größte Regenwald, die umfangreichsten Süßwasservorkommen, die höchste Artenvielfalt und die Vielzahl indigener Kulturen machen sie zu einem einzigartigen Lebensraum, der sich über neun Länder erstreckt. Sowohl regional als auch global ist die Bedeutung des Amazonas als „Beregnungsanlage“, Reservoir an biologischer Vielfalt und Speicher von Treibhausgasen für das Klima kaum zu überschätzen. Land- und Holzwirtschaft trotzen dem Regenwald jedoch Jahr für Jahr immens große Flächen ab, oftmals durch Brandrodung. Was in Brasilien und seinen Nachbarländern geschieht, ist nur geographisch weit entfernt. Europa und Deutschland tragen durch Handelspolitiken und Konsumverhalten zur Waldzerstörung bei. Gleichzeitig setzt sich Deutschland für die Erhaltung ein. Neben Norwegen war Deutschland größter Einzahler in den Amazonasfond.
Was steht auf dem Spiel? Welche Interessen und Konflikte stehen hinter diesem Ringen? Welche Lösungsmöglichkeiten bestehen? Die Online-Veranstaltung veranschaulicht die Bedeutung, beleuchtet die sozialen und wirtschaftlichen Spannungen und Herausforderungen und erörtert Vorschläge zur Zukunft des Amazonas.

Referenten:
Prof. Dr. Peter Poschen ist Forstwirt und Professor für sozioökonomische Nachhaltigkeit an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Über 30 Jahre lang war er für die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) tätig, zuletzt als ihr Direktor in Brasilia. Seit Mitte der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit dem Amazonaswald.

Dr. Rainer Putz ist Biologe und hat Anfang der1990er drei Jahre lang für die Max-Planck-Gesellschaft am Amazonas gelebt und geforscht. Im Anschluss hat er das Regenwald-Institut e.V. in Freiburg mitbegründet und führt seither angewandte Projektarbeiten zum Schutz der Amazonaswälder in enger Zusammenarbeit mit den traditionellen Bevölkerungsgruppen durch.

Moderation:
Christoph Boosen, Sächsische Entwicklungspolitische Bildungstage (SEBIT)
Dr. Julia Gerlach, Evangelische Akademie Sachsen.