Veranstaltungen

Demokratie, Wirtschaft und Soziales



01. Sep 2021

Allein – gemeinsam?

Dresden-Neustadt Dreikönigskirche / Haus der Kirche
Zur Veranstaltung/Anmeldung
Die Corona-­Krise wird von Land zu Land unterschiedlich angepackt. Reak­tionen und tiefer liegende Verhaltensmuster sind je nach religiöser und kultu­reller Prägung unterschiedlich. Neue ethische Dilemmata und Konflikte sind entstanden. Auch die Kirchen der Ökumene gehen dabei unterschiedliche Wege. Die Veranstaltung versucht, dem Einstellungswandel von Menschen und Gesellschaften auf die Spur zu kommen und Konsequenzen für das Handeln der Kirche und ihrer Gemeinden zu formulieren.
Unter anderem mit Dr. Carina Dinkel (Deutsches Institut für Ärztliche Mission Tübingen) und Superintendentin Antje Pech (Kirchenbezirk Löbau­-Zittau).

Moderation: Annette Binninger (Politik-Chefin der Sächsischen Zeitung, Dresden)
Partner: Evangelisches Büro Sachsen, Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig e.V.

Veranstalter:
Evangelische Akademie Sachsen
14. Sep 2021

„…den 13. August nicht aus dem Auge zu verlieren“

Zur Veranstaltung/Anmeldung
Die Berliner Mauer, Symbol der Teilung Deutschlands, des Kalten Krieges und der Willkür, ruft eine Zeit vor dem Leben in einem geeinten Deutschland und gemeinsamen Europa in Erinnerung. In diesen Tagen liegt der Mauerbau 60 Jahre, der Mauerfall mehr als 30 Jahre zurück. Geteilt und getrennt hat sie, verletzt und getötet. Die Erinnerung an die Mauer, die Versöhnung im Angesicht der Vergangenheit, ist auch Teil christlicher Verantwortung.
Der Studientag führt uns in das Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße entlang des ehemaligen Mauerverlaufs, Grenz- und Todesstreifens, in deren Mitte sich die Kapelle der Versöhnung befindet. Sie wurde auf dem Fundament der Versöhnungskirche von 1894 errichtet, die nach dem Mauerbau zunächst unzugänglich gemacht und 1985 schließlich gesprengt wurde.
In Gesprächen, geistlichen Impulsen und Rundgängen durch das Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer wollen wir uns an einem historischen Ort an die Mauer erinnern, uns austauschen und nach neuen Zugängen des Verstehens und unserer gegenwärtigen Verantwortung gegen Mauern und Abgrenzung und für überwindende Dialoge suchen. Dazu kommen wir, mit unseren eigenen Bildern und Erfahrungshorizonten rund um die Mauer, mit anderen Menschen zusammen. Wir hören von denen, die Mauerbau und Teilung erlebt haben und denen, die Erinnerung als gelebte Verantwortung und Versöhnung wachhalten. Menschen aller Himmelsrichtungen und jeden Alters sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

MITWIRKENDE
Christian Behr Superintendent, Ev.-Luth. Superintendentur Dresden Mitte
Stephan Bickhardt Direktor, Evangelische Akademie Sachsen
Dr. Julia Gerlach Studienleiterin, Evangelische Akademie Sachsen
Jörg Hildebrandt Publizist, Lektor und Hörfunkjournalist, Mitbegründer des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB) 1990
Tobias Hollitzer Gedenkstättenleiter, Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Leipzig
Thomas Jeutner Pfarrer, Evangelische Kirchengemeinde Versöhnung, Berlin
Prof. Dr. Axel Klausmeier Direktor, Stiftung Berliner Mauer

Anmeldung
Ihre Anmeldung richten Sie bitte bis zum 31. August 2021 an Sabine Laake (Tagungssekretariat), akademie@evlks.de oder 0351/81 243 15. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung.

Hin- und Rückreise
Die Teilnahme am Studientag ist bei individueller oder bei gemeinsamer Reise ab Dresden oder Leipzig möglich. Treffpunkt für alle Teilnehmenden ist am 14. September 2021 um 10:00 Uhr das Gemeindehaus Versöhnung, Bernauer Str. 111, 13355 Berlin.

Kosten
Die Kosten für die Teilnahme am Studientag betragen bei individueller Anreise 10,- EUR, bei gemeinsamer Anreise mit der Deutschen Bahn 25,- EUR. Darin sind jeweils Kosten für Verpflegung Pausengetränke, Mittagessen, Imbiss) inbegriffen. Für Menschen in der Ausbildung oder mit geringem Einkommen sind Ermäßigungen möglich. Bitte sprechen Sie uns an.
Bei Verhinderung Ihrer Teilnahme melden Sie sich bitte spätestens fünf Tage vor Beginn der Veranstaltung ab, da wir sonst Ausfallgebühren in voller Höhe erheben müssen.

Veranstalter:
Evangelische Akademie Sachsen
29. Sep 2021

„Über Babyn Jar, da steht kein Denkmal“:

Online-Veranstaltung
Zur Veranstaltung/Anmeldung
Babyn Jar ist heute eine Grünanlage mitten in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine. Am 29. und 30. September 1941 war das Gelände Schauplatz des größten Einzelmassakers in den deutsch besetzten Gebieten der Sowjetunion. An zwei Tagen wurden mehr als 33.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder durch deutsche Einsatzgruppen ermordet. Babyn Jar steht für den oftmals vergessenen Holocaust durch Massenerschießungen in der deutsch besetzten Sowjetunion. In einem epischen Gedicht von 1961 beklagt der Lyriker Jewgeni Jewtuschenko das Fehlen eines Denkmals – verbunden mit einer Warnung vor Antisemitismus.
Anlässlich des 80. Jahrestages widmet sich die Online-Veranstaltung den menschenverachtenden Verbrechen von Babyn Jar, dem Holocaust in den deutsch-besetzten Gebieten der Sowjetunion sowie der juristischen Aufarbeitung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Was geschah in Babyn Jar? In welchem ideologischen Kontext standen die Verbrechen von Babyn Jar? Wie wurden die Massaker von Babyn Jar in der Sowjetunion und in Deutschland juristisch aufgearbeitet? Wie wird heute daran erinnert?

Referierende:
Dr. Franziska Davies Ludwig-Maximilians-Universität München
PD Dr. Kai Struve Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Moderation:
Dr. Julia Gerlach Studienleiterin Demokratie, Wirtschaft und Soziales

Technik:
Die Online-Veranstaltung wird mithilfe der Videokonferenzsoftware Zoom durchgeführt. Sie können Zoom vorab auf Ihrem Gerät testen. Den Zugangslink übersenden wir Ihnen kurz vor dem Termin per E-Mail. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an uns.

Anmeldung:
Kerstin.Dreyer@evlks.de

Förderung:
Die Tagung wird von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gefördert. Weiterhin wurden Fördermittel bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) beantragt. Die Evangelische Akademie Sachsen ist Mitglied der Evangelischen Akademien in Deutschland (EAD) e.V., Berlin.


Veranstalter:
Evangelische Akademie Sachsen
06. Okt 2021

Leben diesseits der Mauer. Erinnerungen an die DDR

Online-Veranstaltung
Zur Veranstaltung/Anmeldung
Über 40 Jahre ging Deutschland geteilte, unterschiedliche Wege. Die DDR blieb eine geschlossene Gesellschaft, großräumig von einer Mauer umgeben und kleinteilig von Propaganda traktiert. Damals schien das Leben nicht selten ausgelassen und fröhlich, manchmal herzerfrischend komisch, zuweilen ärgerlich und lebensbedrohlich gefährlich. Mit dem Fall der Mauer und der Vereinigung der beiden deutschen Staaten endeten der Kalte Krieg und das Kapitel DDR, vieles verschwand oder wurde verschüttet, vergessen, verdrängt oder verschwiegen.

Nach über 30 Jahren scheint die Zeit mehr als reif für zeit- und selbstkritische, gegen den Strich gebürstete Erinnerungen und den Austausch darüber. Wie war das Leben in der DDR, der Alltag, das Aufwachsen in einem Land, das es nicht mehr gibt? Wie begann das Land, was besiegelte sein Ende – und was ist heute davon vielleicht doch noch übrig? Wer trug Verantwortung, wer mögliche Schuld? Welche Auswirkungen weit über Deutschland hinaus haben die getrennten Jahre nach 1945 und das Leben diesseits der Mauer für Europa? Was sollten und können nachfolgende Generationen aus dieser Vergangenheit lernen und welcher Aufarbeitung bedarf es dazu?

Über persönliche Erlebnisse und biographische Erfahrungen, dokumentiert im Zeitbild „Von einem, der auszog in eine nicht vergangene Zeit. Leben diesseits der Mauer“, erschienen 2021 in der Edition Hamouda in Leipzig, kommen wir ins Gespräch mit Reinhard Bohse (*1948). Er wurde in Leuben bei Meißen geboren und studierte in Freiberg Geologie. Seit 1973 lebt und arbeitet er in Leipzig, zunächst als Geologe, später als Verlagslektor. 1989 ist er Mitbegründer des Neuen Forums und des Forum Verlags Leipzig, von 1990 bis 1998 Pressesprecher der Stadt Leipzig. 1991 gehört er zu den Mitbegründern von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen und den Leipziger Montagsgesprächen als Opfer-Täter-Gesprächen. 2009/10 co-moderiert er in der „Runden Ecke“ Montagsgespräche, welche Akteure der Friedlichen Revolution vorstellen.

Moderation:
Dr. Julia Gerlach, Studienleiterin Demokratie, Wirtschaft und Soziales

Anmeldung:
Wir bitten um Ihre Anmeldung per E-Mail bis zum 4. Oktober 2021 bei Tagungssekretärin Kerstin Dreyer, akademie@evlks.de.

Technik:
Die Online-Veranstaltung wird mithilfe der Videokonferenzsoftware Zoom durchgeführt. Sie können Zoom vorab auf Ihrem Gerät testen. Den Zugangslink übersenden wir Ihnen kurz vor dem Termin per E-Mail. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an uns.

Wir bitten um Ihre Anmeldung per E-Mail bis zum 4. Oktober 2021 bei Tagungssekretärin Kerstin Dreyer, akademie@evlks.de.


Veranstalter:
Evangelische Akademie Sachsen
19. Okt 2021

Wenn Eisbär und Pinguin Domino spielen.

Dresden-Neustadt Dreikönigskirche / Haus der Kirche
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In den Polarregionen zeigt sich der Klimawandel von einer besonders drastischen Seite: das vermeintlich ewige Eis schmilzt. Seit Jahrzehnten geht das arktische Meereis zurück. Auch die Eisschilde auf Grönland und in der Antarktis, die größten Süßwasserreservoire der Welt, verlieren an Masse. Wenn sie im Zuge der globalen Erwärmung abschmelzen, könnte der Meeresspiegel weltweit um etwa 65 Meter ansteigen und Küstenregionen bedrohen. In der Arktis und der Antarktis finden sich gleich mehrere Klimakipppunkte, also solche, an denen das System Erde aus der Balance zu geraten droht und die globale Erwärmung noch stärker vorangetrieben werden könnte. Die Kippelemente im Erdsystem interagieren miteinander, könnten sich über ihre Wechselwirkungen gegenseitig destabilisieren und so Domino-Effekte auslösen. Was an den Polen geschieht, hat gravierende Auswirkungen auch auf das globale Klima.
Was ist ein Kipppunkt? Wie verändern sich die polaren Eisschilde durch die globale Erwärmung und welche Prozesse tragen zu einem möglichen Kippverhalten bei? Welche Interaktionen bestehen zwischen den Kipppunkten? Was bedeutet der Klimawandel in Arktis und Antarktis für die Regionen und den Rest der Welt? Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um diese als Lebensraum und Kühlschrank des Planeten zu schützen und die Schöpfung zu bewahren?

Referentin:
Ann Kristin Klose studierte Umweltmodellierung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg sowie an der University of Bergen, Norwegen. Derzeit erforscht sie als Doktorandin an der Universität Potsdam und am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) den langfristigen Beitrag des Antarktischen Eisschildes zum Anstieg des Meeresspiegels.

Moderation:
Dr. Julia Gerlach, Studienleiterin Demokratie, Wirtschaft und Soziales

Anmeldung:
Aufgrund begrenzter Teilnehmendenzahl bitten wir um Ihre Anmeldung per E-Mail oder telefonisch bis zum 15. Oktober 2021. Ihre Ansprechpartnerin ist Kerstin Dreyer, Tagungssekretärin, akademie@evlks.de oder 0351/8124319.

Veranstaltungsort:
Die Veranstaltung findet am 19. Oktober 2021 von 18:00 bis 19:30 Uhr im Werner-Juza-Raum im Haus der Kirche – Dreikönigskirche statt. Einlass ist ab 17:30 Uhr.
Haus der Kirche – Dreikönigskirche
Hauptstraße 23
01097 Dresden

Förderung:
Die Tagung wird von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gefördert. Weiterhin wurden Fördermittel bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) beantragt. Die Evangelische Akademie Sachsen ist Mitglied der Evangelischen Akademien in Deutschland (EAD) e.V., Berlin.

Veranstalter:
Evangelische Akademie Sachsen
12. Nov 2021 - 14. Nov 2021

Autorität und Dissens

Meißen Klosterhof St. Afra
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Die Wochenendtagung nimmt das Spannungsfeld von Autorität und Dissens in Politik und Religion in den Blick. Demokratische Staaten und christliche Kirchen sind für ihren Fortbestand auf Autorität und das Wirken von Autoritäten sowie auf Dissens und das Austragen von Konflikten im Sinne eines Herausforderns und Infragestellens etablierter Praxen, Haltungen und Beziehungen angewiesen. Gleichzeitig markieren Autorität und Dissens neuralgische Punkte der Integration pluralistischer Gesellschaften. Sie verweisen auf gefährliche Kippbewegungen ins Autoritäre, ins Extreme oder in gesellschaftliche Polarisierungen, an denen demokratische Gemeinschaften auseinanderdriften oder gar zerbrechen können. Die Notwendigkeit von Kontroversen, Vielstimmigkeit, Debatten, Streitkulturen und Widerspruch, aber eben auch das Angewiesensein auf Autoritäten, die klare Positionen vertreten und verantwortliche Entscheidungen treffen und darin als Persönlichkeiten mit „Ecken und Kanten“ wirken, scheinen Kirchen und Demokratien derzeit in besonderer Weise herauszufordern.
Was ist Autorität und wie wird Autorität in den Sphären christlicher Religion und demokratischer Politik erzeugt? Was ist Dissens und wie viel Dissens können bzw. müssen Demokratien und Kirchen aushalten? Gibt es Grenzen von Autorität und Grenzen der Austragung von Dissens – und wenn ja, wie konstituieren sich diese Grenzen? In welchem Verhältnis stehen Autorität und Dissens zueinander? Lassen sich nachlassendes Vertrauen in politische und religiöse Autoritäten, schwindende gesellschaftliche Bindewirkungen und aktuelle populistische Herausforderungen auch auf Wandel im Spannungsverhältnis von Autorität und Dissens zurückführen?
Im Rahmen der Tagung werden politische und ideengeschichtliche, theologische und kirchengeschichtliche sowie visuelle und ästhetische Perspektiven auf das Spannungsfeld von Autorität und Dissens miteinander in Dialog gesetzt.

Mitwirkende u.a.

Thomas Tiltmann – Hochschule Merseburg
Prof. Dr. Grit Straßenberger – Universität Bonn
Prof. Dr. Rochus Leonhardt – Universität Leipzig
Dr. Christian Kern – Technische Universität Dresden
Matthias Heitmann – Journalist und Buchautor, Frankfurt am Main
Dr. Julia Gerlach – Evangelische Akademie Sachsen
Dr. Benedikt Brunner – Leibniz Institut für Europäische Geschichte Mainz

Veranstalter:
Evangelische Akademie Sachsen